Vergiss es!

Von Jana Antosch-Bardohn

Ob wir an einem Problem hängen oder im Schreibprozess stagnieren – Denkblockaden können immer wieder und in unterschiedlicher Intensität auftreten. Oftmals sind so genannten Fixierungen die Ursache dafür. Was man dagegen tun kann? Vergessen!

Zunächst mag diese intuitiv kontraproduktive Methode verwundern. Doch wenn man einige Grundprinzipien kennt, wie unser Gehirn arbeitet, leuchtet es ein. Ein kleiner Exkurs: Wissen ist in unserem Gehirn wie in einem Datennetzwerk durch neuronale Knotenpunkte repräsentiert. Mit der Wahrnehmung eines Reizes werden diese Knoten aktiviert. Alles, was aktiviert wird, kann potenziell erinnert werden – eine Aktivierung kann sozusagen als eine Erinnerung bezeichnet werden, eine Deaktivierung als (vorübergehendes) Vergessen.

Stellen Sie sich vor, dass sich beim Nachdenken über ein bestimmtes Problem oder beim Schreiben eines Textes in unserem Gehirn eine Wissensstruktur aufbaut, also ein bestimmter Teil dieses Netzwerkes aktiviert ist. Beinhaltet diese Wissensstruktur nun eine Fixierung, so kann diese Fixierung nur dann abnehmen (und damit auch die Denkblockade), wenn die aktuelle Struktur deaktiviert wird. Deaktiviert wird eine Wissensstruktur, wenn ein anderer Teil unseres Wissensnetzwerks verstärkt aktiviert wird. Das bedeutet, dass Sie bei Blockaden über etwas anderes nachdenken sollten. Vergessen Sie Ihr Problem!

Neben der einfachen Taktik des Vergessens existieren viele weitere Antiblockadetechniken, mit denen Denkblockaden überwunden werden können. Verschiedene Antiblockadetechniken behandle ich übrigens in meinen Webinaren. Bei Interesse können Sie sich gerne bei mir melden.


Die Autorin

Dieses Nähkästchen wurde von Jana Antosch-Bardohn verfasst. (antosch-bardohn@sprachraum.org)


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