Gute Atmosphäre im Seminar von Beginn an – wie geht das?

von Matthias Beckmann

Zum Ende unserer Seminare loben die Teilnehmer oftmals die Seminaratmosphäre: Sie wäre angenehm, locker und lernfördernd. So sehr mich das freut, hat es mich vor allem auch dazu inspiriert einmal genauer darüber nachzudenken, was alles dazu beiträgt von Beginn an eine positive Atmosphäre zu schaffen. Hier ein paar Gedanken dazu.

Gute Vorbereitung sorgt für einen entspannten Trainer.

Wenn ich entspannt bin, überträgt sich das auch auf meine Teilnehmer. Und was mich im Hinblick auf ein kommendes Seminar am meisten entspannt, ist eine gute Vorbereitung. Von einem klar strukturierten Ablauf, über die Materialien (Skripten, Flipcharts bereits gemalt) bis hin zur Technik (überprüft und vollständig). Daher bin ich oft schon deutlich früher als unbedingt nötig im Seminarraum, um mich mit dem Ort vertraut zu machen und mich einzurichten. Häufig sind Tische und Stühle noch nicht so, wie ich es benötige oder die Technik muss noch aufgebaut und geprüft werden. Mit genügend Zeit ist das alles kein Problem.

Seminarbeginn ist vor Seminarbeginn.

Durch meine frühe Ankunft bin ich auch schon im Raum, wenn die ersten Teilnehmer kommen. Und genau dann beginnt das Seminar, nicht erst zur ausgemachten Uhrzeit. Den ersten Kontakt zu den Teilnehmern halte ich für entscheidend. Hier haben Sie die Möglichkeit, durch Ihre Person bereits das erste wichtige Signal zu senden, was die Teilnehmer im weiteren Verlauf erwarten wird. Bei mir ist das ungefähr so: Sobald jemand den Seminarraum betritt, wird er oder sie begrüßt und ich tausche ein zwei Sätze mit der Person aus (wie war der Anfahrtsweg, das Frühstück im Hotel, Vorerfahrungen zu dem Thema, o.ä.). Falls nötig, ziehe ich mich dann wieder zurück und bereite weiter vor. Mir ist es wichtig – soweit möglich – mit jedem der Teilnehmenden schon vor dem offiziellen Beginn kurz in Kontakt gewesen zu sein.

Begrüßung, Vorstellung, Seminarprämissen und Erwartungen

Dann geht es offiziell los. Bevor ich mit den Teilnehmern inhaltlich starte, will ich nicht nur sie kennen lernen – auch stelle ich mich vor. Die Begrüßung und Vorstellung erfüllt dabei mehrere Funktionen. Zunächst ist sie der erste Schritt zum Beziehungsaufbau, ich zeige etwas von mir und kann als „Mensch“ in Erscheinung treten. Kleine Anekdoten oder Gemeinsamkeiten mit den Teilnehmern sind hier besonders hilfreich. Außerdem habe ich hier die Möglichkeit der Legitimation (warum bin ich der Richtige, der zu diesem Thema spricht?) und ich kann Kompetenzsignale senden (namhafte Kunden, erfolgreiche Projekte, welche Erfahrung habe ich bereits gemacht, die für die Teilnehmer relevant und nützlich sind oder vielleicht sein könnten). Doch das Wichtigste hier ist der erste Kontrakt über das kommende Miteinander. Ich äußere klar, dass ich in erster Linie für sie vor Ort bin und sie daher mich nutzen sollen – konkret also fragen wenn etwas unklar ist und mich darauf hinweisen wenn etwas nicht passt. Das heißt: ich weise die Teilnehmer explizit darauf hin, dass eine Eigenverantwortung für sich und den eigenen Lernerfolg übernehmen sollen. Im Anschluss kläre ich die Erwartungen der Teilnehmer, die ich dann mit der Agenda abgleiche – idealerweise so, dass jeder seine Wünsche und Erwartungen darin auch wieder findet. Erst nach der Vorstellung der Teilnehmer starten wir inhaltlich.

Sie sehen, ich verwende sehr viel Zeit darauf, gleich zu Beginn eine positive Atmosphäre zu schaffen. Das ist es mir auch wert, denn ich halte das für die Grundlage eines erfolgreichen Seminars. Selbstverständlich gilt es im Seminarverlauf die geschaffene Atmosphäre auch weiterhin zu pflegen. Doch dazu in einem anderen Nähkästchen vielleicht mehr. Und natürlich gibt es hier noch zahlreiche andere Möglichkeiten und Wege als meinen. Probieren Sie aus! Hauptsache sie sorgen für Atmosphäre! Viel Spaß dabei 🙂


Der Autor

Dieses Nähkästchen wurde von Matthias Beckmann verfasst.

Kontaktieren Sie bei Interesse matthias.beckmann [at] sprachraum.org


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